Beratungsbericht: Bewegungsanalyse Marion
Heute begrüßte ich Marion in meinem Geschäft, die bereits vor über 20 Jahren Kundin bei uns war. Sie klagt aktuell über Schmerzen im Fuß- und Beinbereich beim Gehen und Laufen. Trotz ihrer anfänglichen Skepsis – sie vermutete, die Ergebnisse ihrer Analyse von vor zwei Jahrzehnten seien noch immer aussagekräftig – führten wir eine aktuelle Video-Laufband-Analyse im Gehen durch.
Analyseergebnisse
Die Aufnahmen im Gehen lieferten ein eindeutiges Ergebnis, insbesondere für die stärker beschwerdeanfällige rechte Seite:
Instabilität: Der aktuell genutzte Schuh bietet keinerlei Stabilität mehr. In der Stützphase kippt der Schuh massiv nach innen (Überpronation).
Fehlbelastung: Durch dieses Einknicken wird die gesamte Beinachse aus ihrer physiologischen Ausrichtung gerissen. Dies führt zu einer chronischen Überlastung der Strukturen, die genau die von Marion beschriebenen Schmerzen verursacht.
Das „Dämpfungs-Paradoxon“: Marion empfindet den Schuh aufgrund der weichen Dämpfung als angenehm. Doch genau hier liegt die Ursache des Problems: Die übermäßige, bereits ermüdete Dämpfung erzeugt eine Instabilität, die der Fuß muskulär nicht mehr kompensieren kann.
Empfehlung und Fazit
Meine Empfehlung ist unmissverständlich: Der Schuh hat nicht nur seine Lebensdauer überschritten und muss entsorgt werden, sondern war von Anfang an für den Fuß nicht geeignet.
Auf Marions Rückfrage, ob der Schuh nicht zumindest noch in der Freizeit getragen werden könne, musste ich klar verneinen. Ein Schuh, der die Beinachse im Gehen nicht stabilisiert, schadet dem Körper bei jedem einzelnen Schritt – völlig ungeachtet der Intensität der Belastung. Die vermeintlich „bequeme“ Dämpfung ist in diesem Fall kein Komfortmerkmal, sondern ein Risikofaktor für weitere Entzündungen oder Fehlstellungen.
Fazit: Ein Körper verändert sich in 20 Jahren massiv, ebenso wie die Materialeigenschaften eines Sportschuhs. Um schmerzfrei zu werden, ist ein Wechsel auf ein stabiles, funktionsgerechtes Schuhwerk zwingend erforderlich.